Ätiologie und Entstehungsmodelle
Die Depression stellt kein homogenes Krankheitsbild dar. Aufgrund der Heterogenität der Symptome geht man von einer multifaktoriellen Erklärungsgenese aus, bei der sowohl physiologische bzw. neurobiologische, psychologische als auch soziale Faktoren eine Rolle spielen.

Quelle: Deutsches Bündnis gegen Depression e.V.
Auf neurobiologischer Ebene macht man Dysfunktionen im Bereich der zentralen neuromodulatorischen Systeme, v.a. der serotonergen und noradrenergen Transmittersysteme verantwortlich. Diese Neurotransmittersysteme sind durch Stressreaktionen stark beeinflussbar.
Erklärungskonzepte auf der neuroendokrinologischen Ebene fokussieren auf die Rolle der Stresshormonachse oder intrazelluläre postsynaptische Prozesse für die Entstehung depressiver Störungen.
Auf psychosozialer Ebene ist die Entstehung einer depressiven Störung häufig mit einschneidenden Belastungen (z.B. Verlusterlebnissen), Persönlichkeitsfaktoren (z.B. Introvertiertheit, negative Selbstsicht) und Verhaltensmustern (wie z.B. Vermeidung sozialer Interaktionen) eng verknüpft.
Einzelne belastende lebensgeschichtliche Ereignisse oder Persönlichkeitsfaktoren können aber noch keine depressive Störung auslösen. Es bedarf zusätzlich einer individuellen Vulnerabilität für Depressionen, die auf prädisponierenden biologischen Faktoren beruht. Studien weisen auch auf eine genetische Disposition für depressive Störungen hin, da depressive Störungen familiär gehäuft auftreten.