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Verlauf und Prognose


Der Verlauf einer depressiven Störung weist eine große interindividuelle Variabilität auf. Häufig verläuft er episodisch, d.h. die Krankheitsphasen sind zeitlich begrenzt. Während eine Krankheitsepisode ohne Behandlung ca. 6 Monate oder länger andauert, verkürzt sie sich durch eine Behandlung auf ca. 3 Monate.

Quelle: ©  Deutscher Ärzte-Verlag: M. Härter et al., Praxismanual Depression (2007)

  • Bei ca. einem Drittel der Patienten (a) kann nach einer Erkrankungsphase eine vollständige und anhaltende Remission erreicht werden.
  • Bei einem weiteren Drittel tritt lediglich eine partielle Besserung ein und es bleibt eine Residualsymptomatik bestehen (b), die das Risiko für eine erneute depressive Episode erhöht.
  • Etwa die Hälfte der Patienten erkrankt im Laufe ihres Lebens an einer weiteren depressiven Episode (c).
  • Eine Dysthymie (d) ist durch eine seit mindestens 2 Jahren bestehende leichte depressive Symptomatik gekennzeichnet.
  • Aus einer Dysthymie kann sich eine zusätzliche depressive Episode entwickeln (e). In diesem Fall spricht man von einer „double depression“.
  • Hält eine depressive Episode länger als zwei Jahre ohne Besserung bzw. Remission im Intervall an, spricht man von einer chronischen depressiven Episode ("chronische majore Depression", f).

Bei ca. 15-20% der Erkrankten kommt es zu einem chronischen Verlauf. Folgen die wiederkehrenden Episoden einem saisonalen Muster, wird die depressive Störung auch als saisonal bedingte Depression bezeichnet.

Während die Prognose für eine einzelne depressive Episode günstig ist (50%ige Wahrscheinlichkeit für eine Genesung), verschlechtert sie sich jedoch bei Wiedererkrankungen und chronischem Verlauf (über 75%ige Wiederauftretenswahrscheinlichkeit).

Prognostisch ungünstige Faktoren sind:

  • Anzahl und Dauer früherer Episoden
  • Vorliegen einer "Double Depression"
  • Psychische oder somatische Komorbidität
  • Später Behandlungsbeginn
  • Junges Alter bei Ersterkrankung
  • Weibliches Geschlecht
  • Lediger Familienstatus
  • Fehlende soziale Unterstützung